Welcome!
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. April 2011 um 20:50 Uhr
Wir brauchen nicht noch mehr dämliche, langweilige, hirnlose Zerstörung der Konvention, wir brauchen nichts Neues sondern Beständiges. Wir brauchen eine Kunst, die Körper und Seele mit einbezieht, die die Prinzipien anerkennt, mithilfe derer Weisheit und Einsicht im Laufe der Geschichte der Menschheit am Leben erhalten wurden. Dies ist die Wahre Aufgabe der Tradition. Zitat aus dem englischen Manifest der Remodernisten
Nach Jahren intellektueller Überbetonung und konzeptionellen Höhenflügen der Kunst scheint die Szene kurz vor einem Paradigmenwechsel zu stehen. Denn Kunst ist und war von je her mehr Spiegel der Gesellschaft als Avantgarde - und die Gesellschaft wird zunehmend holistischer. Noch bis vor kurzem galten Künstler die im Sinne der Moderne noch „retinale Kunst“ machten (z. B. klassische Maler, Bildhauer und Fotografen), im Vergleich zu Konzeptkünstlern als weniger innovativ. Selbstkonfrontativ arbeitende Künstler liefen in einem über- intellektualisierten Kunstmarkt sogar Gefahr, mit Unprofessionalität assoziiert zu werden. Doch seit dem Jahr 2000 hat sich mit den englischen Stuckisten und Remodernisten eine erfolgreiche Gegenkraft zum etablierten Markt formiert. In diesem Forum organisieren sich nun auch deutschsprachige Berufskünstler, die für einen gleichermaßen ganzheitlichen wie professionellen Kunstansatz eintreten. Die Überbetonung von Konzept, Ironie und Zitaten im Kunstprozess begreifen wir als einen Irrweg der Postmoderne. Denn viel zu lange stand im postmodernen Kunstbetrieb Idee, Konzept, Denken, Entwickeln und Analyse weit höher, als die von je her der Kunst zugeschriebenen Eigenschaften wie Intuition, Seele, Geist und Gefühl. Die beiden größten Kunst-Tabus und No-goes der akademischen Postmoderne, „Selbsterkenntnis“ und „Spiritualität“, wanken. Künstler suchen wieder offen nach Sinn und Erkenntnis. Diese Plattform ist eine Heimat für professionelle Künstler mit einem neu erstarkten, integrativen Kunstverständnis, bei dem sich Konzeption und Intuition nicht ausschließen - herzlich willkommen!
Kreativität im Flow
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. April 2011 um 20:25 Uhr
„Flow (engl. fließen, rinnen, strömen) bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa Schaffens- oder Tätigkeitsrausch, Funktionslust.“
Quelle Wikipedia
Mihály Csíkszentmihályi, ein Wissenschaftler ungarischer Herkunft, gilt als Koryphäe für Flow, 1975 beschrieb er die Bedingungen für diesen Zustand. Neben dem subjektiven Erleben von hoher Konzentration, Zeitlosigkeit, Mühe- und Sorglosigkeit im Flowzustand, beschrieb Csíkszentmihályi u. a. zwei wesentliche Bedingungen für Flow:
1. Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst (sie ist autotelisch)
2. Die Aktivität hat eine unmittelbare Rückmeldung für den Handelnden.
Zunächst ist es interessant, dass eine Bedingung für Flow in der Autotelie liegt, auf Deutsch: Im Selbstzweck. Das heißt die Motivation für die Handlung sollte nicht berechnend im Außen liegen um etwas zu erreichen, z.B. weil man sich eine Belohnung oder anderweitige Vorteile erhofft (extrinsische Motivation). Förderlich für Flow Zustände ist vielmehr eine Motivation für die Sache selbst, genauer: Die Motivation liegt in der Erlebnislust des Prozesses, einfach weil es Spaß macht oder weil man etwas dabei lernen kann. (intrinsische Motivation)
Remodernismus versus Konzeptkunst
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 07. März 2011 um 23:59 Uhr
[Dieser Artikel beschreibt die zunehmende Intellektualisierung der Kunst als Komplex-Kompensation gegenüber Wissenschaft und Gesellschaft.]

Remodernismus möchte die interessanten und nicht zu Ende entwickelten Ansätze der Prä-Konzeptkunstära wiederbeleben. Deshalb stellt Remodernismus in weiten Teilen eine Antithese zur Konzeptkunst dar und es ist hilfreich sich einmal anzusehen, was Konzeptkunst eigentlich ist:
„Die Ausführung des Kunstwerks ist von untergeordneter Bedeutung und muss nicht durch den Künstler selbst erfolgen. Im Vordergrund stehen Konzept und Idee, die an die Stelle fertiger Bilder und Skulpturen tritt. Ziel ist eine „Entmaterialisierung" des Kunstwerks. Es wird mit Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen gearbeitet.“ [...] „Dieser Ansatz lässt Konzeptkunst dem Laien oftmals als elitär, spröde, und schwer zugänglich erscheinen. (Quelle Wikipedia)
Der Graben
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 08. März 2011 um 00:00 Uhr
[Dieser Artikel beschreibt die Kluft zwischen dem etabliertem Kunstmarkt und Künstlern außerhalb des Marktes.]

Als mein Freund Markus seine Freundin Karin (eine bildende Künstlerin mit akademischem Background) kennen lernte, kam es gleich zu Beginn der Beziehung zu folgender Irritation: Markus, ein normaler Mensch außerhalb der Kunstszene, wollte folgendes Lob platzieren: Er begreife die Werke von Karin als hervorragenden Spiegel ihrer Seele - und dies sei sicher noch ausbaubar. Was nun folgte, wunderte Markus sehr, denn Karin war keineswegs begeistert - ganz im Gegenteil. Mühsam erklärte sie Markus, dass dies für eine professionelle Künstlerin keineswegs ein Lob ist, sondern eher das Schlimmste, was man ihr sagen kann. Und dementsprechend fand sie es bedenklich, dass ihre Arbeiten diese Wirkung auf ihn hatten. Karin war seit längerem erfolglos, ein Schicksal das sie zwar mit 90 % ihrer Kollegen teilte, doch nun resümierte sie das ihr Werk offensichtlich zu unakademisch war, um erfolgreich sein zu können. Und ihre einzige Antwort lautete: Mehr Konzept!



